Laktoseintoleranz: Milch macht längst nicht jeden munter

Redaktion 17. August 2012 0
Laktoseintoleranz: Milch macht längst nicht jeden munter

Das Enzym Lactase regelt die Verträglichkeit im Körper.

Milch ist unser erstes Nahrungsmittel. Und eines, das schon früh die Gemüter spaltet. Es fängt schon in den Kindertagen an. Die einen greifen automatisch zu einem Glas Milch, wenn sie vom Toben durstig geworden sind. Bei anderen ruft die weiße Flüssigkeit schlagartig den Spinat-Effekt hervor: radikale Nahrungsaufnahmeverweigerung. Bald schon scheint klar: Milch mag man – oder man mag sie absolut nicht.

Dabei gibt es eine Menge Menschen, die Milch, egal ob von der Kuh, der Ziege oder dem Schaf, schlichtweg nicht vertragen. Genau betrachtet sind diese sogar in der Überzahl, denn nur Nordamerikaner und Mitteleuropäer bilden in ihrem Organismus das Enzym Lactase. Und nur dieses Enzym ermöglicht es, den Milchzucker Laktose in seine verdaulichen Substanzen zu spalten. Fehlt dieses Enzym, beginnt die Milch im Dickdarm zu gären. Die Folgen sind Symptome wie Blähungen, Koliken, Durchfall. Wichtige Informationen können Betroffene bei ihrem Hausarzt oder im Internet finden.

Der Hintergrund: Vor etwa 12.000 Jahren begannen die Menschen zunächst im Vorderen Orient Milchtiere zu domestizieren. Die Bauern merkten schnell, dass sie deren Milch nicht vertrugen. Sie benötigten diese Kalziumquelle aber auch nicht, da sie einerseits genügend grünes Blattgemüse zu sich nahmen, und andererseits eine ausreichende Sonneneinstrahlung für die körpereigene Produktion von Vitamin D sorgte. Anders verhielt es sich in Nordeuropa: Dorthin breitete sich die Milchwirtschaft allmählich aus. Und dort stand weder genug grünes Blattgemüse zur Verfügung, noch genügte die Sonneneinstrahlung zur Bildung von ausreichend Vitamin D. Als Kalziumlieferant wurde deshalb Milch unerlässlich. Mit den Generationen und Jahrhunderten etablierte sich das Enzym Lactase. Fehlt dieses Enzym, bleiben wenige Alternativen: Sojamilch etwa oder laktosefreie Milchprodukte.

 

 

Bild 01: Sojaprodukte wie Tofu oder Sojamilch sind eine leckere Alternative für all jene die auf Grund ihrer Laktoseintoleranz keine Milchprodukte vertragen. (Quelle: lefebvre_jonathan/Fotolia)
Text: Clemens Niedenthal/Raufeld

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