Skifahren: So geht es fit und gut vorbereitet auf die Piste

Redaktion 15. November 2011 0
Skifahren: So geht es fit und gut vorbereitet auf die Piste

«Für uns beginnt die Saison im Frühjahr, wenn die Skifahrer kommen», stellt Oberarzt René Toussaint von der Leipziger Medica-Klinik trocken fest. Besonders für Flachländer endet der Ausflug in die winterlichen Berge oft im Krankenhaus und in langwieriger Rehabilitation.

Die Unfallgründe sind bekannt: Anfängerpech, Alkohol, Selbstüberschätzung. Für die Spezialisten der Leipziger Klinik liegen die Ursachen jedoch tiefer. «Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die koordinative Bewegungsfähigkeit der Menschen verschlechtert hat», sagt Sporttherapeut Holger Barthel, der vor seiner Anstellung an der Medica-Klinik als Dozent für Wintersport an der renommierten Deutschen Hochschule für Körperkultur tätig war.

Nach seiner Einschätzung sind gerade Berufsgruppen, bei denen die Arbeit meist im Sitzen getätigt wird, gefährdet. «Diese Menschen suchen häufiger den sportlichen Ausgleich», erklärt Barthel. Dabei sei ihr Bewegungsapparat jedoch nicht auf die Belastungen eingestellt. Dazu trägt auch die technische Entwicklung bei. Mit Carvingski, die sich längst gegen die normalen, geraden Ski durchgesetzt haben, ist es möglich, Kurven schneller zu fahren. «Der Ski überfordert aber auch leicht», erklärt Barthel. «Wer schneller in der Kurve fährt, braucht mehr Kraft. Die Belastung steigt.»

Allerdings ist die Unfallzahl infolge von Carvingski seit dem vergangenen Winter rückläufig. «Unsere Statistik zeigt, dass die Verletzungen Jahr für Jahr zurückgehen. Diese Zahlen werden auch von unseren Kollegen in der Schweiz und in Österreich bestätigt», sagt Andreas König, Sicherheitsexperte vom Deutschen Ski-Verband.

Meist kapituliert aber das Knie. Als Schwachpunkt ist es am häufigsten von Verletzungen betroffen, da es anders als der Fuß und das Sprunggelenk nicht durch massive Skistiefel geschützt wird. 40 Prozent aller Verletzungen machen Bänderrisse und Meniskusschäden an dem Gelenk aus. «Die Behandlungszeit liegt bei mindestens einem Vierteljahr», erklärt Toussaint. Danach ist das Knie Alltagsbelastungen wieder gewachsen. Bis der Patient wieder auf Skiern stehen kann, dauert es jedoch wesentlich länger.

Die Experten raten deshalb dazu, sich langfristig auf den Urlaub im Schnee vorzubereiten. «Viele haben schon begriffen, damit man sich vor dem Losfahren aufwärmen sollte. An der langfristigen Vorbereitung mangelt es aber meist noch», weiß Barthel aus Erfahrung. «Im September sollte man anfangen, damit man zu Saisonbeginn fit ist.»

Der Sporttherapeut empfiehlt dazu ein spezielles Training, das nicht nur kräftigt und dehnt, sondern auch muskuläre Ungleichheiten oder Verkürzungen ausgleicht, sowie ein Konditionstraining. «Nordic Walking ist dazu bestens geeignet, weil es viele Muskelgruppen integriert», erklärt Barthel.

Doch nicht nur die Sportler selbst, auch das Material braucht Pflege. Gutes Material hilft, Verletzungen zu vermeiden. Stumpfe Ski haken beispielsweise dort, wo andere problemlos drübergleiten. Stürze können die Folge sein. «Das ist besonders dann der Fall, wenn der Schnee nass ist», sagt Barthel. Er empfiehlt einen guten Schliff und rät ,die Ski regelmäßig zu wachsen.

Außerdem raten die Experten zu Sonnen- und Kälteschutzkleidung: «Für Snowboarder sind besonders auch Handschuhe wichtig», erklärt Barthel und verweist auf häufige Verletzungen der Hände und Arme bei Anhängern dieser Sportart. «Generell sollte man auch Alkohol vermeiden. Er verstärkt die Koordinationsdefizite», sagt Barthel.

 

 

Quelle: NewsGesundheit NewsSkifahren – So geht es fit und gut vorbereitet auf die Piste

Tags: Fitness | Unfall | Vorsorge | Wintersport

Leave A Response »

Diese Produkte könnten Sie interessieren