Prostata: Peinliche Schmerzen

Redaktion 1. September 2011 0
Prostata: Peinliche Schmerzen

Männer denken bei Prostatabeschwerden gleich an Krebs und Impotenz. Dabei sind sie oft harmlos.

 

Rund ein Drittel der deutschen Männer zwischen 20 und 50 Jahren leidet an Prostatabeschwerden – doch einen Arzt suchen viele Betroffene erst viel zu spät auf. Dabei stellt in den meisten Fällen die Erkrankung keine gefährliche Bedrohung der Gesundheit dar, sondern ist einfach nur lästig. Dennoch nehmen die meisten Männer ihr Leiden sehr schwer: Viele fürchten sich vor Krebs. Und Sexprobleme wie Erektionsstörungen und Impotenz sind häufig auftretende seelische Begleiterscheinungen.

 

Urologen weisen darauf hin, dass durch stärkere Aufklärung über Prostatitis und die Prostata im Allgemeinen, übertriebene Reaktionen der Betroffenen kontrolliert werden können. Wer also ein Brennen in der Harnröhre nach dem Urinieren und ein Druckgefühl wahrnimmt, sollte vorsichtshalber einen Urologen aufsuchen. Falls der Arzt eine durch Bakterien (bakterielle Prostatitis) oder unter anderem durch Urin (abakterielle Prostatitis) verursachte Entzündung der Prostata feststellt, kann diese in der Regel wirkungsvoll mit Antibiotika behandelt werden.

 

Richtig unangenehm wird es erst, wenn die Schmerzen in die Leistengegend ausstrahlen und es zu Beschwerden in der Schambeinregion, im Unterbauch und im Dammbereich kommt.

 

Prostatabeschwerden werden unter anderem durch leichtsinniges Verhalten im Alltag ausgelöst. Sitzen auf kalten Bänken und Steinen gehört dazu. Auch ein eiskaltes Getränk in der Sommerhitze oder eine nasse Badehose, die nach dem Schwimmen zu lange getragen wurde, können über einen Harnwegsinfekt die Entzündung der Prostata auslösen. Eine so genannte Prostatopathie kann auch durch Stress ausgelöst werden. Obwohl in diesem Fall keine organischen Ursachen vorliegen, hat der Betroffene ähnliche Beschwerden wie bei einer gewöhnlichen Prostataentzündung.

 

Vorsorge

 

Was ist die Prostata?

 

Die Prostata ist eine Geschlechtsdrüse, sieht aus wie eine Kastanie und liegt im kleinen Becken. Sie ist reich an Muskel- und Bindegewebe und hat rund 30 bis 80 Drüsengruppen mit Öffnungen zur Harnröhre hin. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, beim Samenerguss die ruhenden Samenfäden durch ein Sekret zum Laufen zu bringen. Außerdem verschließt sie als „Wächter“ (griech.: Prostatis) die Harnröhre und sorgt dafür, dass der Samen über die Harnröhre und den Penis abfließt.

 

Was kann zu Prostatabeschwerden führen?

 

Was die Prostata am wenigsten verkraftet, ist Dauerstress, der ein geschwächtes Immunsystem zur Folge hat und die Entstehung von Entzündungen begünstigt. Von daher sind ausreichender Nachtschlaf, geregelte Pausen, Erholung und auch Entspannungsübungen eine gute Vorsorge.

 

Die Gefahr, an einer Prostatitis zu erkranken, tritt allerdings prekärer Weise auch da auf, wo wir guten Glaubens sind, dem Körper etwas Gutes zu tun. Vor allem Whirlpools fördern Infektionen der Haut und Harnwegsinfekte, die eine Prostatitis auslösen können. Beim ausgiebigen Bad im Whirlpool lösen sich rund ein bis drei Gramm Hautschuppen mit eventuell enthaltenen Krankheitserregern wie Bakterien, Hautpilzen und Viren. Vor allem die gefährlichen Kondylome werden so übertragen.

 

Wie kann man sich vor Prostatitis schützen?

 

Bewegung:

 

Tägliche Bewegung, frische Luft und Licht sorgen für Fitness, Entspannung und Wohlbefinden und stärken das Immunsystem. Ständiges Sitzen, lange Autofahrten ohne Pausen schaden der Prostata.

 

Fette und Öle:

 

Pflanzliche Fette sind tierischen Fetten vorzuziehen. Empfehlenswert sind kalt gepresstes Olivenöl, Distelöl und Sonnenblumenöl. Statt Kuchen und Süßigkeiten empfiehlt sich frisches Obst als Nachspeise.

 

Nass und kalt:

 

Sitzen auf kalten Steinen sollte vermieden werden. Nach dem Baden empfiehlt es sich, die nasse Badehose gleich gegen eine trockene auszutauschen. Motorradfahrer sollten Unterleib und Nieren gut gegen Zugluft schützen.

 

Schrot und Korn:

 

Eine an Vitaminen, Mineralien und Eiweißen reichhaltige und abwechslungsreiche Kost ist zu empfehlen. Vollwertkost statt Fastfood, Rohgemüse und an Kohlehydraten reiche Kost wie Vollkornbrot, Reis und Vollkornmehl, Kartoffeln und geschrotete Getreidearten (Hafer, Roggen, Mais und Weizen) sowie Joghurt und Hefeextrakte schützen vor Prostatitis.

 

Sex:

 

Regelmäßiger Sex beugt einer Prostataerkrankung vor. Auch Onanie kann helfen.

 

Sport:

 

Bei sportlichen Betätigungen wie Rad fahren und reiten sollte man Maß halten. Harte Rennradsättel und Pferdesättel drücken auf den Damm und reizen die Prostata. Es kann zu Belastungen des Beckenbodens und damit zu starken Unterleibsbeschwerden kommen.

 

Trinken:

 

Ausreichend trinken, so dass rund 1,5 bis 2 Liter am Tag Urin ausgeschieden werden. Das Wasser sollte allerdings natriumarm sein. Fruchtsäfte (zehn Prozent Fruchtzuckergehalt) können verdünnt werden. Vorsichtiger Umgang mit Salz ist anzuraten, da zu viel Salz den Blutdruck erhöht und Nierenleiden und Urämie begünstigt.

 

Wie wird die Prostatitis behandelt?

 

Physisches Leiden:

 

Man kann die Prostatitis in zwei Gruppen einteilen: die bakterielle Prostatitis, also die durch Bakterien verursachte Prostatitis und die abakterielle Prostatitis, die nicht durch Bakterien verursacht wird.

 

– Die bakterielle Prostatitis entsteht durch Bakterien, die in die Prostata eindringen und eine Infektion auslösen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika.

 

– Bei der abakteriellen Prostatitis unterscheidet man das entzündliche vom nicht- entzündlichen chronischen Schmerzsyndrom des Beckens. Bei beiden müssen organische und bakterielle Ursachen ausgeschlossen werden. Die Behandlung orientiert sich an den Beschwerden des Patienten und kann oft langwierig sein.

 

Psychisches Leiden:

 

Im Dunkeln tappt die medizinische Forschung immer noch beim so genannten Chronic Pelvic Pain Syndrom (CCPS), früher auch Prostatodynie oder auch Prostatopathie genannt. Die Symptome unterscheiden sich nicht wesentlich von denen des entzündlichen chronischen Schmerzsyndroms des Beckens, obwohl keine Entzündung und organische Ursachen nachweisbar sind. Vermutet werden psychosomatische Ursachen, die Dauerstress hervorrufen und die Prostata unter Druck setzen.

 

Ergänzung 1: Prostatavorsorgeuntersuchung

Ergänzung 2: Allgemeine Krebsvorsorge

 

 

Bild 01: Viele Männer verheimlichen ihre Prostatabeschwerden, statt zum Arzt zu gehen. Dabei kann wirkungsvoll behandelt werden. (Quelle: Katrin Außem/Fotolia)

Text: Stephanus Parmann

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