Aids geht jeden etwas an

Redaktion 14. August 2011 0
Aids geht jeden etwas an

HIV ist noch immer ein Tabuthema. Jährlich sterben etwa zwei Millionen Menschen an der Immunschwäche.

 

Allein in Deutschland infizierten sich seit Beginn der Epidemie etwa 91.000 Menschen mit HIV, 29.000 von ihnen starben. Seit der Entdeckung des HI-Virus infizieren sich noch immer täglich Menschen. Laut Robert-Koch-Institut kamen im Jahr 2010 allein in Deutschland rund 3.000 HIV-Neuinfektionen, darunter 290 Frauen. Eine Solidarisierung mit den Betroffenen sowie eine Vermeidung der Ansteckungsrisiken ist bis heute nicht selbstverständlich – und Aids noch immer ein Tabuthema.

 

UNAIDS, die zur Aids-Bekämpfung gebildete Organisation der Uno, schätzt die Zahl der weltweit Infizierten für das Jahr 2009 auf 33,3 Millionen, davon 2,6 Millionen Neuinfizierungen. Knapp zwei Millionen Menschen starben 2009 an der Immunschwäche. Am stärksten betroffen sind nach wie vor Länder im südlichen Afrika, doch ist die Verbreitung ein globales Problem. Obwohl etwa die Hälfte der Betroffenen Frauen und Mädchen sind – in Deutschland etwa 20 Prozent – steht ihnen oft keine gleichberechtigte medizinische Versorgung und Schutzmöglichkeit zur Verfügung. In vielen Fällen könnte durch Prävention die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind vermieden werden. Dennoch kamen 2009 weltweit etwa 370.000 Kinder mit dem HI-Virus zur Welt. Aktuell sind etwa 2,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren infiziert. Trotz lebensverlängernder Wirkung von Therapien ist Aids noch immer nicht heilbar. Das Krankheitsbild lässt sich heute jedoch in den meisten Fällen durch HIV-Medikamente dauerhaft verhindern, vorausgesetzt die Infektion wird frühzeitig erkannt und man hat Zugang zu den neusten Medikamenten.

 

Definition:

Aids ist die Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (erworbenes Immunschwächesyndrom), Ursache ist die Infektion mit dem HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus/menschliches Immundefekt-Virus). Wie und wann sich eine HIV-Infektion zu einem vollständigen Immundefekt entwickelt, ist unklar.

 

HIV:

Gelangt das HI-Virus in die Blutbahn, befällt es die so genannten Helferzellen, auch CD4-Zellen oder T4-Zellen genannt, die andere Zellen des Immunsystems bei der Abwehr von Krankheiten steuern. Bei fortgeschrittener Schwächung der Abwehr profitieren andere Erreger wie Bakterien, Pilze und Viren. Innerhalb der ersten Wochen nach der Ansteckung mit HIV treten oft grippeartige Symptome auf, meist folgt darauf eine jahrelange symptomfreie Phase. Hat sich der Virus vermehrt, kommt es zu Lymphknotenschwellungen, Durchfall, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme, alles auch Anzeichen anderer Erkrankungen. Tritt eine spezielle Form der Lungenentzündung (Pneumocystis-carnii-Pneumonie) oder ein Hefepilzbefall der Speiseröhre auf, spricht man von AIDS.

 

HIV-Test:

Gegen einige Bestandteile des Virus bildet das Immunsystem Antikörper. Wenn sich diese im Blut nachweisen lassen, spricht man von „HIV positiv“. Eine zweite Diagnosemethode ist ein direkter Nachweis des Virus durch eine Probe aus dem Blutplasma. Diese Methode ist komplizierter, kann dafür aber sofort nach einem Infektionsrisiko durchgeführt werden. Ein HIV-Test kann bei jedem Hausarzt gemacht werden. Ein eventuell positives Testergebnis taucht dann allerdings in der Krankenakte auf, was Nachteile mit sich bringen kann. Einen anonymen Test kann man beim Gesundheitsamt oder in einer Aidshilfe machen lassen.

 

Prävention:

Die Hauptursache der Übertragung besteht in ungeschütztem Sex. Wichtigster Schutz ist daher die Verwendung von Kondomen. Seit 1985 werden zudem Spender-Blut und -Organe auf HIV untersucht, um so die Risiken zu minimieren. Seit 1988 gilt der 1. Dezember als Weltaidstag, bei dem die Aufklärung über Krankheit und Prävention im Vordergrund steht.

 

Deutsche Aids-Hilfe

Wilhelmstraße 138, 10963 Berlin

Telefon: 030/6900870

Mail: dah@aidshilfe.de

www.aidshilfe.de

 

 

Bild 01: Aids geht jeden etwas an: Jährlich sterben allein in Deutschland etwa 550 Menschen an der Krankheit (Quelle: MASP/Fotolia)

Bild 02: Die rote Schleife, weltweites ein Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken, ist in Deutschland seit 1995 als Marke für die Deutsche AIDS-Stiftung geschützt. (Quelle: DX/Fotolia)

Text: Birte Lemitz

 

 

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