Sommerliche Aperitifs und Bowlen: Bittersüß gespritzt

Redaktion 17. Juli 2011 7
Sommerliche Aperitifs und Bowlen: Bittersüß gespritzt

Natürlich kann man im Sommer auch Wasser trinken. Aber erfrischende Aperitifs und Bowlen machen mehr Spaß

Ein Aperitif wird zumeist vor dem Essen getrunken, um den Magen auf alle Genüsse vorzubereiten, die dann folgen. Doch er muss nicht zwangsläufig ein großes Mahl einläuten. Wenn etwa in der Schweiz zum Apéro geladen wird, geht man auf eine Stehparty, bei der zu den Drinks etwas Gebäck genügt. Und auch in Italien kann ein Campari Soda oder ein Aperol Prosecco allein bestehen. Man sitzt im Straßencafé, genießt die Sonne, verwöhnt sich mit einem gespritzen, bittersüßen Drink – und die Welt ist in Ordnung. Womit Sie sich sonst noch an Sommerabenden verwöhnen können, lesen Sie hier.

 

Aperitifs

 

Apero

Der aus Italien stammende Aperitif-Bitter ist der perfekte Begleiter zu Prosecco oder Sekt, denen er einen leicht bitter-süßen Geschmack verleiht. Nicht so herb wie der Campari, überzeugt der aus Rhabarber, Bitterorangen, Enzian und Chinarinde sowie zahlreichen Kräutern stammende Likör vor allem an heißen Tagen, wenn er zu einem kühlen Longdrink gespritzt wird. Der aromatische Tropfen wurde erstmals im Jahr 1919 von der Likörfabrik Barbieri in Padua produziert. Ungewöhnlich ist seine Farbe: In der Flasche zunächst Kirschrot, wechselt sie je nach Menge der Zugabe zu einem kräftigen Orange, dass beinahe an Bonbons erinnert. Sein Alkoholgehalt beträgt 11% Vol.

Aperol Fragola: 2 cl Gin, 5 cl Aperol, 2 cl Zitronensaft, 4 cl Erdbeermark, 1 Spritzer Mandelsirup.

Zubereitung: Zutaten zusammen mit zerstoßenem Eis im Standmixer vermengen. Mit einer Erdbeere und einem Minzblatt dekorieren und in einem Weißweinglas servieren.

 

Campari

Das genaue Rezept dieses bitteren Aperitifs, der aus 86 verschiedenen Wurzeln, Kräutern, Gewürzen und Früchten bestehen soll, wird streng gehütet. Von seiner kräftig roten Farbe aber weiß man, dass sie aus zwei Schildlausarten gewonnen wird, die man zunächst in der Sonne trocknet und später zu feinem Staub zermahlt; Koschenille heißt der natürliche Farbstoff. Die Firmengeschichte reicht bis in das Jahr 1862 zurück. Damals wurde der in Mailand hergestellte Tropfen erstmals im Cafe Camparino in der Viktor-Emanuel-Galerie ausgeschenkt, daher sein Name. Campari, der einen Alkoholgehalt von 25% Vol. hat, wirkt appetitanregend und lässt sich wunderbar zu Longdrinks oder Cocktails verarbeiten. Zu den Klassikern zählen Campari-Soda, Campari-Orange und Campari-Tonic.

Campari Orange Royal: 4 cl Campari, 4 cl frisch gepresster Orangensaft, 2 cl Sekt, Eiswürfel.

Zubereitung: Campari über drei Eiswürfel in ein großes Weinglas gießen. Orangensaft darüber geben und mit einem Schuss prickelndem Sekt auffüllen. Mit einer Orangenspalte und einem Minzzweig am Glasrand dekorieren.

 

Cynar

Der aus Artischocken und Kräutern hergestellte italienische Likör besitzt eine rötlich-braune Farbe und einen leicht herb-süßen Geschmack. Seinen Namen hat er dem lateinischen Wort für Artischocke zu verdanken: Cynara scolismus. Schon die alten Ägypter und Griechen sollen dem Artischockensaft eine belebende Wirkung zugeschrieben haben. Heute wird er mit Eis, Soda und je nach Gusto mit Orange oder Zitrone serviert. Man kann ihn aber auch mit Cola, Tonicwater oder Bitter Lemon verlängern. Durch den hohen Gehalt an Artischockenextrakt (Cynarin) gilt er als verdauungsfördernd. Sein Alkoholgehalt beträgt 16,5 % Vol.

Cynar Cocktail: 3 cl Cynar, 3 cl Vermouth, 1 halbe Orange.

Zubereitung: Zutaten ohne Orange in einem Cocktailglas auf Eis verrühren, Orange darüber auspressen und sofort servieren.

 

Dubonnet

Bereits im Jahr 1846 wurde der Aperitif, der nach seinem Hersteller Joseph Dubonnet benannt ist, erstmals in kleinem Umfang verkauft. Der Tonique-Wein auf der Basis von Likörweinen, Kräutern und Chinarinde wurde zunächst als „Quinquina-Dubonnet“ bekannt. Die Katze auf rotem Hintergrund, die das Etikett ziert, hat diesem Aperitif im Laufe der Zeit sein Image verliehen. In Geschmack und Konsistenz ähnelt Dubonnet stark einem Vermouth, weshalb ihn viele als dessen nahen Verwandten betrachten. Er besteht aus Trauben, denen keinerlei Zucker zugesetzt wird. Seinen speziellen Geschmack verdankt Dubonnet einer geheimen Gewürz-Mischung. Er ist in weiß und rot erhältlich und hat einen Alkoholgehalt von 16% Vol.

Dubonnet Cocktail: 3 cl Dubonnet Rouge, 3 cl Gin, Zitronensaft.

Zubereitung: Alle Zutaten in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben und gut miteinander vermischen. Dann in ein gekühltes Cocktailglas abseihen und einen Spritzer Zitronensaft zugeben.

 

Suze

Vor allem in Frankreich ist dieser auf der Wurzel des gelben Enzians basierende Aperitif sehr beliebt. Über seinen Ursprung gehen die Meinungen auseinander. Die Franzosen glauben, dass der Bitter um das Jahr 1885 in der Nähe von Paris erfunden wurde. Die Schweizer hingegen sind davon überzeugt, dass ein Landsmann von ihnen den Suze ursprünglich unter dem Namen „Gold der Alpen“ an Bauern aus seiner Heimat verkauft haben soll. Dafür könnte sprechen, dass der gelbe Enzian im Berner Jura, wo der mögliche Erfinder zu Hause war, gedeiht und dort der Bach Suze fließt. Bei uns ist das aromatische, bittere Getränk (20% Vol.), das neben weißem Enzian weitere wilde Wurzeln und Pflanzenextrakte enthält, weniger bekannt. Man serviert ihn zum Aperitif mit oder ohne Eis, als Cocktail oder kalt als Longdrink.

Suze Aperitif: 5 cl Suze, kaltes Wasser.

Zubereitung: Suze mit kaltem Wasser oder Soda auffüllen und das Glas mit einer Zitronenspirale garnieren.

 

 

BOWLEN

 

Die bekannteste Bowle, die Feuerzangenbowle, ist gar keine. Sie ist ein Punsch und kann mit den erfrischenden Sommerbowlen derzeit nicht konkurrieren. Bowlen sind aromatisch-frische Mischgetränke auf der Basis eines leichten, trockenen und gut gekühlten Weißweins. Diese können mit Früchten und Kräutern variiert werden, mit Rosenblüten, Waldmeister oder Beerenblättern. Serviert wird die Bowle in einer Glasschale, am besten mit Deckel. Eiswürfel aus gefrorenem Fruchtsaft sorgen dafür, dass die Mischung nicht verwässert.

Für das Auge sind gefrorene Fruchtscheiben, etwa aus Limetten, besonders dekorativ – beim Einfrieren aufpassen, dass sie nicht verkleben. Außerdem eignen sich Melisse, Minze oder Basilikum als Garnitur. Alle Früchte sollten unbehandelt sein, außerdem muss ausreichend Zeit eingeplant werden, damit sie das Aroma aufnehmen können. Übrigens – auch alkoholfreie Bowlen auf der Basis von Säften oder Tees schmecken ausgezeichnet. Statt Sekt oder Champagner kann man eisgekühltes Mineralwasser verwenden. (xcus.)

 

Himbeer-Rosenblüten-Bowle

Zutaten: 500g Himbeeren, 1 Blüte einer ungespritzten Duftrose, 3 EL Zucker, Roséwein, Sekt.

Zubereitung: Rosenblüte zerpflücken und mit Zucker zu den Himbeeren geben. Mit der Hälfte des Roséweins aufgießen und kühlen. Zum Schluss Sekt dazugeben.

 

Weiße Gurkenbowle

Zutaten: 1 Salatgurke, 5 cl Tequila, 20 cl weißer Portwein, 2 Flaschen Weißwein, 1 Flasche Sekt.

Zubereitung: Gurke schälen, halbieren, Kerne herauskratzen und in dünne Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit Tequila und Portwein übergießen. Kühl stellen. Vor dem Servieren durch ein Sieb in das Bowlegefäß schütten und mit kaltem Sekt und Weißwein auffüllen.

 

Erdbeer-Mojito-Bowle

Zutaten: 750g Erdbeeren, 7 cl weißer Rum, 3 EL brauner Zucker, 3 Minzzweige, 4 EL Limettensaft, 1 Flasche Weißwein, Sekt oder Sprudel zum Auffüllen.

Zubereitung: Erdbeeren vierteln. Rum, Zucker, Minze und Limettensaft zufügen und ziehen lassen. Kurz vorm Servieren mit Sprudel oder Sekt auffüllen.

 

 

Bild 01: Erfrischend: Der Campari-Orange gehört zu den absoluten Klassikern unter den Aperitifs. (Quelle: ExQuisine/fotolia)

Text: Marion Hughes/Raufeld

 

7 Comments »

  1. Sarah 17. Juli 2011 at 17:06 - Reply

    Dubonnet kannte ich noch garnicht…Jetzt schon! Und ich kann nur sagen: Lecker!

  2. Robin 20. Juli 2011 at 08:05 - Reply

    Gurken mit Tequila und Portwein? Das soll schmecken? Da war wohl der Autor bereits zu beschwippst gegen Ende des Artikels…

  3. Simon L. 20. Juli 2011 at 12:13 - Reply

    Ich kann dem Autor nur zustimmen…klingt komisch aber schmeckt echt super. Ist ja wie bei Kaffeebohnen in verschiednen Drinks – denkt man ja auch erst nicht dass das schmeckt.

  4. Silvy 22. Juli 2011 at 09:13 - Reply

    Manchmal schmecken genau die Sachen, welche komisch klingen:)

    ich bin erdbeer-bowle-FAN….lecker…

    PROST!:)

  5. Sandra 25. Juli 2011 at 08:45 - Reply

    Ich bin großer Fan von der Schlammbowle. Verschiedene Früchte, inklusive Fruchtsaft, in ganz viel Vodka ansetzen und einige Stunden ziehen lassen. Danach Rot-Wein dazu und nochmal für ein zwei Stündchen stehen lassen. Eis unterrühren und mit Sekt servieren! Ein Traum :-)

  6. Laverna Ronsani 19. August 2011 at 11:50 - Reply

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  7. Lilia 31. März 2014 at 12:59 - Reply

    Bowlen kommen ja ansich etwas aus der Mode, aber ich finde sie dennoch Spitze, gerade jetzt wo der Sommer fast wieder vor der Tür steht 😉

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